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FDP berät Alternativen zum 2,4 Mio.-Asylneubau – Auch Container Option

Die FDP-Fraktion im Unnner Stadtrat verfolgt die unverändert hitzigen Diskussionen um die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße aufmerksam. Zwar hat ihr Fraktionsvorsitzender Günther Schmidt den Ratsbeschluss für den Planungsstart am 19. 10. mitgetragen; doch damit sei nichts entschieden, betonte Ratsherr Andreas Tracz am Freitag gegenüber unserer Redaktion.
Er kündigte an, dass seine Fraktion jetzt dezidiert Alternativen prüfe – und dabei sind auch Wohncontainer kein Tabu.
Solche von der Art, wie sie z. B. ein Bauträger im ostwestfälischen Dülmen anbietet, der auf seiner Website die Vorteile nennt:
Container mit flexiblen Innenwänden ermöglichen demnach “schnellst mögliche Bezugsfertigkeit für kurzfristig benötigte Flüchtlingsheime oder Asylheime” sowie ihre “spätere potenzielle Nutzungsänderung in z. B. Obdachlosenheime”.
Nun möchte die Stadtverwaltung Unna ja erklärterweise eine spätere Nutzung für Sozialwohnungen als Option offen halten (deswegen heißt der fiktive Baukörper auch nicht mehr “städtische Unterkunft”, sondern “städtische Immobilie” – Namensneutralisierung auf Wunsch der FDP). Doch für Andreas Tracz kann dieses Argument nicht entscheidend sein.  Auch die Frage nach einer Nutzung freier Wohnungen der in der Erstaufnahme Massen (Landesstelle) müsse noch abschließend geklärt werden.
“In Zeiten der absolut knappen Haushaltslage ist beides Option”, unterstreicht der IT-Unternehmer aus Billmerich.  “Keiner weiß, wie sich das Thema Flüchtlinge entwickelt. In der EU wie auch in der neuen Bundesregierung könnten deutliche Verschärfungen eintreten, die den Zustrom ebenfalls massiv eindämmen “könnten”. Es hängt natürlich auch von der ein oder anderen Partei (im Bund) ab, wie etwa die Frage des Familiennachzugsgeregelt wird.”
Tracz sehr deutlich:
“Ich möchte nicht in den nächsten Jahren lesen oder hören, dass ,trotz aller massiven Einsparmöglichkeiten, die zum Teil über Gebühr ausgeschöpft wurden´, eine Grundsteueranhebung unumgänglich wäre.”
– Dokumentiert sich die „kritische Begleitung“  der FDP in ihrer Zustimmung zu den Neubauplänen? Dazu betont Andreas Tracz: 
“Mit dem Beschluss war nur eine Planung bis zu den Zuschüssen für sozialen Wohnungsbau auf den Weg gebracht. MEHR NICHT.”
Es sei nichts dagegen zu sagen, den lang ersehnten und benötigten sozialen Wohnungsbau zu unterstützen. “Aber nicht eine städtische Unterkunft ohne dringenden, festgestellten, belegbaren Bedarf,  wobei es auch möglicherweise weitere Alternativen geben könnte – deutlich kostengünstigere.”
So wären selbst Container für Andreas Tracz eine “gängige Option”, um schnell zu reagieren.
“Wenn es um Schulen und Ganztag unsere Kinder geht, sind Containerlösungen ja auch möglich (aktuell Billmerich, früher Realschule). Ich kann diese ganze Thematik nicht nachvollziehen, warum wir nun fast 3 Mio. dafür ausgeben sollen und das noch unter einem gewissen Zeitdruck.”
Ob eine preiswerte Alternative in dieser Richtung umsetzbar wäre, könne er aktuell nicht sagen, so Tracz. “Aber Holzwickede hat ja auch eine flexible, schnelle Löung gefunden.” Er will die Überlegungen in seine Fraktion bringen und diskutieren lassen. Nicht, weil Geld wichtiger sei als Menschen, sondern weil es darum gehe, eine sachliche, pragmatische Lösung für dieses schwierige Problem zu finden.
 Titelfoto: kip Fertigbau Dülmen

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