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Netzwerkkoordinatorin beim Liberalen Treff

Zu Gast beim Liberalen Treff der FDP Unna am 28.05.2019 war diesmal Sylvia Zipp, die

Sprecherin des Arbeitskreises der Kindertagespflegepersonen der Stadt Unna und Koordinatorin

des Netzwerkes der Kindertagespflegepersonen im Kreis Unna.

 

Angeregt durch den Vortrag von Marcel Hafke zur Neufassung des Kinderbildungsgesetzes NRW (KiBiz NRW) beim Liberalen Treff im April 2019 wollte Frau Zipp mit den Liberalen in Unna über die Besonderheiten rund um die Kindertagespflege im Jugendamtsbereich der Kreisstadt Unna diskutieren.

Dabei stellte sich heraus, dass das Jugendamt der Kreisstadt Unna den Bestimmungen des geltenden KiBiz und damit auch den geplanten Regelungen in der gesetzlichen Neufassung nicht immer in vollem Umfang nachkommt.

Frau Zipp beklagte, dass die bislang geltenden Richtlinien vom Jahr 2013 bereits im Frühsommer 2018 aufgekündigt wurden, und bis heute keine neuen Vereinbarungen festgelegt wurden.

Das beinhaltet, dass die zugesicherte jährliche Erhöhung des monatlichen Entgeltes der Tagespflegepersonen eingefroren wurde.

Hiermit steht übrigens die Kreisstadt im Kreis Unna allein, da alle anderen Jugendämter im Kreis Unna die gemeinsamen Richtlinien mit ihren Tagespflegepersonen nicht aufgekündigt haben.

 

Im Rahmen dieser Diskussion wurden weitere Kritikpunkte in den Handhabungen der Kindertagespflege zwischen den Tagespflegepersonen und dem städtischen Jugendamt deutlich:

So werden zum Beispiel Tage, an denen Kinder zwar in der Tagespflege angemeldet sind, allerdings diese Termine dann nicht wahrnehmen, als Fehltage gerechnet und können somit nicht abgerechnet werden.

Anders als in Kindertageseinrichtungen besteht für Eltern eines einjährigen Kindes in der Tagespflege nur ein Rechtsanspruchskontingent von 15 Betreuungsstunden.

Zudem plädieren die Tagespflegepersonen für eine bezahlte Eingewöhnungsphase der Kinder von 4 Wochen.

Unter anderem stehen jährliche Anpassungen von 3 % sowie ein städteübergreifendes Fortbildungskonzept für Tagespflegepersonen auf dem Wunschzettel.

 

Insgesamt fühlen sich die Tagespflegepersonen gegenüber den Tageseinrichtungen durch die Jugendämter benachteiligt, zumal die gesetzliche Regelung im KiBiz den Eltern ein Wunsch- und Wahlrecht zwischen Kita und Tagespflege einräumt und auch die Anzahl der Betreuungsstunden selbständig zu bestimmen.

 

Die Liberalen wollen nun die gesamte Palette der Forderungen des Arbeitskreises der Tagespflegepersonen in Unna zum Thema machen und haben Frau Zipp und einige Kolleginnen

des Arbeitskreises in eine der nächsten Fraktionssitzungen eingeladen. Dort können sie ihre Probleme noch einmal etwas detaillierter schildern, damit die Fraktion darüber beraten kann, was zu einer Verbesserung der Tagespflege beitragen kann.

Insgesamt waren sich alle Beteiligten einig, dass der Liberale Treff an jedem letzten Dienstag im Monat ein guter Ort ist, um Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben ihre besonderen 

Anliegen mit den Liberalen in Unna zu diskutieren und einvernehmliche Lösungen zu finden.